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Christiane Friederike Wilhelmine (Minna) Herzlieb
geb.: 22. Mai 1789 in Jena
gest.: 1865 in Görlitz
Goethe, um die Neigung zu einer Muse niemals verlegen, lernte die
Pflegetochter des Jenaer Buchhändlers Karl Friedrich Ernst
Frommann bereits in deren Kinderjahren kennen. Als Wilhelmine
(oder: Minchen) 18 Jahre alt war, ließ Goethe Empfindungen für sie
erkennen, die er selber "für mehr als billig" hielt, wie er seiner
Ehefrau Christiane freimütig gestand. Minchen aber war dies
vermutlich kaum bewusst, wurde sie doch gleichzeitig von jüngeren Männern wegen ihrer auffallenden Schönheit umschwärmt, so von dem Lyriker Zacharias Werner und dem Philologen Friedrich Wilhelm Riemer. Unvermeidliche Fehlschlüsse früherer Goetheforscher aus einigen Minchen gewidmeten Sonetten führten zu der Annahme einer leidenschaftlichen Liebestragödie zwischen Dichter und Pflegetochter. Wahr ist, dass die Ottilie in den
"Wahlverwandtschaften" (1809) gewisse Züge von Minchen
trägt. Auch die »Marienbader Elegie« ( 1827), spiegelt die
Liebeserlebnisse mit Minna Herzlieb in den Jahren1807/08. Minna selbst durchlebte eine unglückliche Ehe, welche im Alter
zunehmend zu Depressionen und einem Suizidversuch führte. Sie
verbrachte daraufhin viele Jahre ihres Lebens in Heilanstalten, zuletzt in Görlitz in der Heilanstalt von Dr. Reimer. Die Gedenktafel auf dem städtischen Friedhof wurde erst 100 Jahre
nach ihrem Tod angebracht.
 
 
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