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Jakob Böhme
geb.: 1575 in Alt-Seidenberg
gest.:1624 in Görlitz
Das 16. Jahrhundert brachte für die in jener Zeit zur böhmischen
Krone gehörende Oberlausitz und damit auch für Görlitz große
wirtschaftliche, soziale und politische Veränderungen. Die protestantische Stadt war durch den Wechsel der Dynastie in Böhmen unter die Herrschaft der Habsburger gelangt und damit unter die Hoheit der stärksten Kraft der Gegenreformation geraten. König Ferdinand I. setzte zudem alles daran, die mächtige politische Stellung der Oberlausitzer Städte zu schwächen und sie stärker in die Reichsverwaltung einzubinden. Die daraus entstandenen Spannungen führten dann auch im Jahre 1547 wegen verzögerter Hilfeleistungen im Schmalkaldischen Krieg zu einem Hochverratsprozeß durch König Ferdinand I., dem sog. ,,Pönfall". Görlitz und die anderen Städte des Oberlausitzer Sechsstädtebundes verloren ihren reichen Landbesitz und die meisten der städtischen Privilegien, zahlten hohe Strafgel der und standen schließlich vor dem politischen und wirtschaftlichen Ruin. Der Oberlausitzer Adel hatte dabei kräftig intrigiert und sah die Seligsprechung des ehemals mächtigen Sechsstädtebundes mit Genugtuung. Nach dem Pönfall gelang es ihm denn auch, seine Macht gegenüber den Städten wieder zu vergrößern. Aber nicht nur politische Auseinandersetzungen, sondern auch wirtschaftliche Entwicklungen gefährdeten die Kraft der Stadt Görlitz in dieser Zeit. Neue Handelswege, eine sich entwickelnde Weltwirtschaft mit neuen Märkten und anderen Handelsgütern führten zu einer Schwächung der alten ratssässigen Kaufmannsgeschlechter. Auswärtige Handelshäuser traten an die Stelle der alten Görlitzer Unternehmen. Das Stapelrecht für das Tuchfärbemittel Waid, welches neben anderen Privilegien erheblich zum Wachstum und zur Stärke der ...
 
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